- DER BEGINN DER SCHUTZSCHILDE -

 

- DER BEGINN DER SCHUTZSCHILDE -


Ich war in der Praxis meines Arztes und konnte nach SEHR langer Zeit wieder meine (ihm ausgeliehenen) Bilder betrachten.

Es sind Bilder aus den Jahren 2002 und 2003. Der Beginn der „Schilde“. Damals begann sich ihr Motiv auf den Leinwänden abzuzeichnen.
Ich hatte das Glück, dass ich zu dieser Zeit, als Teile meiner verdrängten traumatischen Kindheitserinnerungen zurückkehrten, Studentin an der Akademie der Bildenden Künste war. Automatisch griff ich zu Strukturen und Materialien, mit denen ich verzweifelt versuchte, das auszudrücken, was in mir vorging. Malerei, Farben und Texturen (damals – wie Sie sehen können – auch beschädigt und angebrannt, mit einem Tauchsieder angebrannt) waren meine Sprache.
Später gelang es mir, all dies in den Zyklus „Schutzschilde“ umzusetzen. Das Symbol „Schutzschild“ und die Erforschung dieses Motivs begleiten mich seit über 20 Jahren!
Ich weiss nicht, wo ich heute wäre, wenn es diese Schaffensphase nicht gegeben hätte.
Wie sich jedoch mit der Zeit herausstellte, war die Sprache in diesem Prozess unverzichtbar. Die künstlerischen Arbeiten allein hätten nicht ausgereicht, um all das zu begreifen und zu erfassen, was in mir vorging. Deshalb werden die späteren „Schutzschilde" von Texten begleitet.
Im Jahr 2003 hätte ich mir nie träumen lassen, dass sich aus diesen Anfängen 10 Jahre später meine Doktorarbeit entwickeln würde, dass die „Schutzschilde“ unter anderem im Münchner Landtag gezeigt werden würden und dass ich ein Interview mit der deutschen Vogue führen würde.
Das zeigt die Kraft der Kunst, über Traumata zu kommunizieren und mit Traumata (auch im öffentlichen Raum) zu arbeiten.