Stimmen zur Ausstellung

"Die Geschichten von Männern in der Antike sind Erzählungen von Heldentaten, meist sind sie militaristisch und verbunden mit Stärke, Mut und Gewalt. Sie wurden mit Schwertern geschrieben. 

Die Schilde der Kämpfer sind einerseits Attribute eines Kriegers und Synonyme für Schutz. Andererseits, was interessant ist, dokumentieren sie auch Geschichten. Auf dem sagenumwobenen Schild, welches der finstere Hephaistos schmiedete, wird die Geschichte der Welt dargestellt: die der Gewässer, des Landes, der Dunkelheit und des Lichts, der Wanderung der Himmelskörper, aber auch der Alltag der Menschen im Krieg und im Frieden. Die Szene, welche die Städte darstellt, erwies sich für Achilles als Vorhersage des trojanischen Krieges. 

Aus der Mythologie entspringen auch archetypische Frauenbilder: Ariadne, welche Liebesgeschichten zwischen Göttern und Sterblichen spinnt. Penelope die ein Sargtuch für ihren Mann webte und aufräufelte, damit ihre Liebe bewies und das Schicksal hinauszögerte. Das Spinnen war ebenfalls Aufgabe der Moiren, Weberinnen des Menschenschicksals.

Der Webstuhl ist jedoch ein zu kleiner Rahmen um die schweren Geschichten der Frauen zu erzählen und der Faden ein zu schwaches und zartes Material. Man benötigt eine stärkere und stabilere Substanz, zu einem gewissen Grad maskulin, welche jedoch nicht in Verbindung mit Gewalt steht. So wurde der Gedanke geboren, das Garn in der Hand der Frau durch ein Schild zu ersetzen, welches vor Gefahr schützt aber vor allem von ihrem Schicksal erzählt."

Elżbieta Owczarek (Übersetzung: Viki & Katharina Slupik)

 

"Begegnet nicht Agatas Kunst, wenn ihr euch mit einem Glas Prosecco ein Objekt passend zu eurer Tapete aussuchen wollt. Geht nicht auf Agatas Vernissagen, wenn ihr es leicht und bekömmlich wollt. Geht nicht zu Agata! 

Ihr werdet angezogen von ihr, von einer Flut der Eindrücke. Ihr werden erschlagen von Schönheit und Zwiespalt, und ihr braucht Mut. Agata ist eine Missionarin von göttlicher Hand. Mal abgesehen von der hohen handwerklichen Kunst, selbst wegblickend der Strahlkraft und dem Charisma der Person, bleibt immer noch zuviel Kraft und Ausage in ihrer Kunst, welche niemanden unberührt lassen kann."

 Karl-Heinz Baas

 

 

"Eine absolut empfehlenswerte Ausstellung! Noch nie wurde bisher etwas Vergleichbares gezeigt: ein rasierklingengefährlicher Ritt zwischen atemberaubender Ästhetik und schmerzhaft-beklemmender Betroffenheit!"

Johannes Kopp, Designer 

 

"Die Schilde wirken auf mich total anziehend. Sie sind etwas ganz besonderes. Leicht und einmalig, schwer und dennoch fein und sensibel.

Den Spagat muss man erst einmal schaffen. Aber das Allerschönste ist: sie sind wie eine Blume, das Vergängliche ist so nah und doch sind sie stark genug sich selbst zu schützen und somit ein Mädchen unter ihren Schutz zu stellen.

Ich danke Agata Norek für ihre wunderbar gelungene Idee. Sie hat das umgesetzt was andere eine kleine Ewigkeit suchten und nie fanden."

Fadumo Korn, Afrikanerin aus Somalia, engagiert sich gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen