Diese Bilder habe ich am 7 April 2022 gemacht. Es war mein erster zweimonatiger Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik in Davos.
9 Jahre nach dem Unfall, 9 Jahre mit Symptomen, Schlaflosigkeit, PTBS und 9 Jahre, in denen ich angemessene Hilfe und Unterstützung gesucht (und nicht gefunden) hatte.
Damals wusste ich noch nicht, dass die Zeit, die ich dort verbringen werde (ein Jahr später weitere zwei Monate), eine der besten Investitionen meines Lebens sein würde. Ich wusste nicht, dass das, was ich dort lernte, durchmachte und erlebte, ein Sprungbrett für meine Gesundheit, aber auch für so viele Aktivitäten, Engagements und Veranstaltungen in der Zukunft sein würde (z. Bsp. Podcasts, Interviews oder Vorträge auf Konferenzen).
Ich war mir bereits bewusst, dass ich etwas Bahnbrechendes und für die Vernunft Unvorstellbares durchmachte. Es war nicht nur ein Durchbruch. Es waren ein Dutzend, wenn nicht Dutzende.
Ich habe alles akribisch dokumentiert. Es entstand ein Tagebuch mit mehr als 250 Sprachaufnahmen und drei volle Skizzenbücher. Ich wollte jede Komponente dieses Kampfes festhalten, jeden der entscheidenden Schritte auf einem so schwierigen Weg.
Erst da lernte ich auch die Macht dessen kennen, was seit Jahren die Symptome verursacht und davor - aus dem Unterbewusstsein heraus - meine Psyche und meinen Körper verwüstet hatte. In der Klinik wurde das alles plötzlich greifbar, kam ans Licht. Ich war in der Lage, es zu lesen und zu verstehen. Ich ging für mich selbst in den Abgrund - um schließlich aus diesem Abgrund herauszukommen.
In diesen neun Jahren hätte ich nicht gedacht, dass diese verdrängten Erfahrungen, wenn sie an die Oberfläche kommen und Körper und Psyche sich zu reinigen beginnen, so beängstigend, aber auch so befreiend sein würden.
Erst neun Jahre später begann ich in der Tiefe zu verstehen, wie ein solch gigantischer Unfall nicht nur meinen Körper (der inzwischen geheilt war), sondern auch meine Psyche ramponiert hatte.
Ich bin immer noch dankbar für diese Menschen, für diesen Ort, für diese Natur, für diese Zeit. Dank ihnen stehe ich heute da, wo ich bin, und ich kann dies demütig in die Welt tragen.

