- BIOGRAFIE -

 

Ich bin Doktorin der Bildenden Künste und Absolventin der Akademie der Schönen Künste. Seit meiner Kindheit war ich eng mit Kunst, Mathematik und Logik verbunden.

 

Mein Vater – ein Mann, der mich einerseits im Alter von fünf Jahren sexuell missbrauchte und mir tiefe seelische Wunden zufügte, während meine Mutter mich gleichzeitig ablehnte – schenkte mir andererseits künstlerische Werkzeuge, Sensibilität für Schönheit, Idealismus, Liebe zur Mathematik und Träume von einer grossen Welt.

Diese Verbindung von Schmerz und Gaben wurde zur Grundlage meines künstlerischen Weges und meines inneren Wachstums.

 

Alben mit Kunstwerken, gemeinsames Entwickeln von Fotos mit meinem Vater, das Erlernen von Zeichnung, seine Fotografien und Seemannsgeschichten – all dies prägte mein symbolisches Denken, meine Vorstellungskraft, meine Bildsensibilität und meine tiefe Liebe zur Freiheit.

Im Gymnasium entdeckte ich zudem die Kraft der Literatur. So wurden für mich nicht nur Bild und Symbol, sondern auch das Wort zu einem zentralen Werkzeug auf dem Weg aus der Traumaerfahrung.

 

Zugang zu den am tiefsten verdrängten Emotionen, Gefühlen, Bildern und Erinnerungen zu finden, sie auszudrücken, zu benennen und in Worte zu fassen – dies wurde für mich ein Weg der Befreiung und Freiheit.

Fast zwei Jahrzehnte lang setzte ich mich eigenständig mit den Wunden meiner Kindheit, Dissoziationen und der Integration verdrängter Erinnerungen auseinander. Eigene Psyche, Emotionen, Unterbewusstsein und Körpergedächtnis wurden zum zentralen Feld meiner künstlerischen und therapeutischen Forschung.

 

Grosse Unterstützung in diesem Prozess war meine Liebe zur Logik und Mathematik. Die Leidenschaft für präzises, analytisches Denken und das Bestreben, selbst die komplexesten Prozesse zu verstehen, ermöglichten mir – neben der emotionalen – auch ein tiefes, intellektuelles Verständnis der Prozesse, die ich durchlief. Auf sich selbst lernend, klassifizierte ich Erfahrungen und ordnete die Zusammenhänge und Gesetze, die Trauma bestimmen.

Diese Fähigkeiten erbte ich von meinem Vater, einem Mathematiker, sowie von meinem Grossvater, der während des Zweiten Weltkriegs als Codeknacker tätig war.

 

Die Verbindung all dieser geerbten Talente und erworbenen Fähigkeiten machte mich nicht nur zur Künstlerin, sondern auch zur Pädagogin und Forscherin, für die mathematische Präzision in der Arbeit mit Trauma auf künstlerische Sensibilität trifft.

 

Den zehnjährigen Prozess der Bewältigung komplexer Traumata dokumentierte ich in meiner Doktorarbeit „Schutzschilde“, die ausgezeichnet, prämiert und in bedeutenden Kunstinstitutionen, Universitäten, Konferenzen, Dokumentarfilmen und Medien in ganz Europa präsentiert wurde.

 

Im Alter von 35 Jahren erlebte ich einen extremen Unfall – von einem Lastwagen beim Radfahren erfasst, überlebte ich wie durch ein Wunder, unterzog mich 16 lebensrettenden Operationen und erfuhr eine klinische Nahtoderfahrung. Neun Jahre später verbrachte ich ein halbes Jahr in einer psychosomatischen Klinik in Davos, wo ich an den Traumata des Unfalls und der Operationen arbeitete. Dort lernte ich als Patientin herausragende Spezialisten kennen – u. a. Angelika van de Kraats und Ulrich Wergin – mit denen ich heute zusammenarbeite und Workshops sowie Schulungen leite.

 

An einem Punkt wurde die Kunst für mich zu eng, um die ganze Geschichte zu fassen – daher gründete ich das Agata Norek Institut mit Sitz in Luzern (Schweiz), wo ich lebe.

 

Das Institut verbindet meine persönlichen Erfahrungen, mein Wissen und meinen Heilungsweg mit der Praxis und Erfahrung von Experten, die mit traumatisierten Menschen arbeiten. Es unterstützt sowohl therapeutische Fachkreise als auch Einzelpersonen und zeigt, dass man selbst aus tiefsten Traumata herausfinden, den Kontakt zum eigenen Körper wiedererlangen und das Leben neu aufbauen kann.

 

Heute leite ich den Podcast „Chirurgie der Seele“, Workshops, Schulungen und Vorträge. Meine Mission ist es, andere zu inspirieren, ihre inneren Ressourcen zu entdecken, Emotionen auszudrücken und Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen – selbst dann, wenn der Kontakt zu Körper und Emotionen unterbrochen war. Ich möchte zeigen, dass man aus Schmerz Sinn schöpfen kann.

 

Mein vollständiger beruflicher Werdegang: https://agata-norek-institute.ch/pl/dr-agata-norek