- Gabi: „Ich begann zu zeichnen, worüber ich geweint hatte“ -

 

- Gabi: „Ich begann zu zeichnen, worüber ich geweint hatte“ -

 

„Ich habe Agatas Interview gehört.

Es gab Momente, in denen ich weinte, und solche, in denen ich schrie.

Danach begann ich zu zeichnen, worüber ich geweint hatte.

Du warst für mich der Impuls zum Zeichnen.

Jetzt spüre ich Ruhe.

Ich danke Dir von ganzem Herzen für das, was Du tust, Agata.“

Gabi

 

 

Wenn die Interviews, die ich gebe – wenn die Wahrheit und das Wissen, die ich teile, indem ich über meinen Klinikaufenthalt und meinen Weg aus der Hölle erzähle – dazu führen, dass sich jemand öffnet, dass in jemandem der Mut erwacht, über eigene, tief schmerzhafte Erinnerungen, Gefühle und Erfahrungen zu sprechen, dann weiß ich eines:

Wenig auf dieser Welt schenkt mir ein so tiefes Gefühl von Sinn, Dankbarkeit und Erfüllung.

Denn ich glaube fest daran: Genau dieser Mut, diese Ehrlichkeit und innere Stärke verändern die Welt.

Die Stärke, nicht in dem zu verharren, was uns innerlich zerdrückt und zerstört – und den Mut, es auszusprechen, es zu teilen.

Dass Gabi – nach dem Hören eines meiner Interviews – zu den Stiften gegriffen hat und zu zeichnen begann, was in ihr ans Licht wollte… das ist für mich etwas Wundervolles und zutiefst Bewegendes.

Ich kenne dieses Gefühl der Erleichterung, das nach den Tränen kommt, sehr gut.

Danke, Gabi, für Deinen Mut und Dein Vertrauen.

Agata Norek

 

 

Für solche Momente wurde das Institut gegründet

Dies ist ein Beispiel dafür, was geschehen kann, wenn wir uns trauen, die Wahrheit zu teilen. Wenn wir den Mut haben zu sprechen.

Jeder solche Brief, jede Zeichnung, jede Nachricht, die ich erhalte, ist nicht nur zutiefst berührend – sondern auch ein Beweis dafür, dass das, was wir tun, Sinn ergibt.

Ich war zwei oder drei Monate alt, als ich krank wurde. Es war das Jahr 1970. Ein striktes Besuchsverbot für Kinder im Krankenhaus galt. Niemand durfte die Kinderstation betreten.

Ich lag dort lange… ganz allein…

Als ich ein sieben- oder achtjähriges Mädchen war, kam ich abends von einer Freundin nach Hause zurück – und ich hatte Angst. Angst vor der Nacht, davor, dass die Dunkelheit zurückkommt (ich hatte Angst, allein zu schlafen).

Und meine Mutter liess mich nicht bei ihr schlafen.

Ich wachte nachts auf und stand im Dunkeln auf dem Flur…

Ich war Teenagerin, und meine Haare fielen aus.

Ich hatte solche Angst, dass mir alle Haare ausfallen würden.

Diese Angst war überwältigend.

Und da war niemand – niemand, der mir half, mich in den Arm nahm, mich tröstete…

Meine Gestalttherapiegruppe…

Dort habe ich gelernt, dass ich nicht „kaputt“ bin.

Dass das, was ich fühle, normal ist.

Dass ich das Recht habe, zu weinen, zu schreien…

Und dass es Menschen gibt, die bereit sind, mir in meinen Gefühlen beizustehen.