– MEINE MISSION –

 

– MEINE MISSION –

Diejenigen, die mich kennen, wissen, dass ich aus freiem Herzen über Trauma spreche – ohne Illusionen und ohne Umschweife. Aber erst nach der Premiere des Dokumentarfilms, an dem ich teilgenommen habe, in dem auch Fotos vom Ort meines Unfalls gezeigt wurden, begannen viele Menschen noch besser zu verstehen, wie tief die Traumata, der Schmerz und das Leiden sind, die ich kenne, die ich verstehe und über die ich spreche.

Jetzt tauchen Fragen auf (weil ich oft schöne, ästhetische Bilder poste und gerne teile): Ist das wirklich dieselbe Frau? War sie wirklich unter diesem LKW? War das ihr Fahrrad? Hat sie das überlebt? Und sie geht noch, spricht – und engagiert sich sogar?

Ja, ich habe es überlebt. Körperlich – das ist das eine. Aber sich emotional wieder zusammenzusetzen, war etwas völlig anderes. Das hat viel länger gedauert – Jahre.

Deshalb habe ich mein Institut gegründet.

Weil ich am eigenen Leib erfahren habe, was TRAUMA ist, wie es aussieht und welchen Weg man gehen muss, um da wieder herauszukommen.

Deshalb spreche ich über Trauma ehrlich und ohne Beschönigung. Denn Trauma verursacht ein zu tiefes, zu umfassendes und zu vielschichtiges Leiden, um es leichtfertig in den Mund zu nehmen.

Ziel meiner Mission sowie der Mission des Instituts ist es, Menschen nach traumatischen Erfahrungen sowie Betroffene von komplexer PTBS (cPTBS) und PTBS zu unterstützen und in diesen Themenbereichen aufzuklären. Diese Ziele werden durch die Veröffentlichung von Büchern und Bildbänden, die Organisation von Schulungen und Workshops, das Geben von Interviews, die Teilnahme an Kongressen, Konferenzen sowie anderen öffentlichen Auftritten und durch einen Podcast verfolgt und weiterhin verwirklicht.

Agata Norek

Foto vom Unfallort: 18. Dezember 2013

Quelle: Augsburger Allgemeine Zeitung / Annette Zoepf