– ÜBER MICH –
Ich brauchte zwanzig Jahre, um meine wahre Lebensgeschichte aufzuschreiben.
Warum? Weil ich den grössten Teil meines Lebens nur die „auf dem Podest“ war – die glänzende, aussergewöhnliche, die ich selbst – und zu Recht – der Welt zeigte.
Die, die Erfolge, Auszeichnungen und Ergebnisse vorzuweisen hatte.
Die, die seit ihrer Kindheit das tat, was sie liebte, woran sie glaubte und worin sie sich bis heute verwirklicht.
Aber es gibt auch die andere Seite der Medaille – die, die in meinem offiziellen Lebenslauf jahrelang nicht vorkam.
Die einsame, schmerzhafte und dunkle Seite.
Die, die nicht in die „strahlende“ Version von mir passte.
Wie sollte ich in einen von Erfolgen geprägten Lebenslauf die Flucht in die Psychiatrie einweben?
Den Kampf darum, nicht aus dem Fenster zu springen, normal zu essen, auf der Brücke das Auto nicht so scharf herumzureissen, dass ich nicht einmal merke, dass ich mich umbringe?
Wie sollte ich das sich fast zu Tode arbeiten und die jahrelangen toxischen Beziehungen einflechten?
Nach zwanzig Jahren intensiver innerer Arbeit ist es mir gelungen, all diese Seiten von mir anzunehmen, miteinander zu versöhnen und vor allem in mir Raum für sie zu schaffen.
Ich habe mir die Fähigkeit erarbeitet, sie – und damit mich selbst – zu einer Einheit zu verbinden.
Heute kann ich in meiner Biografie nicht nur Talente, Werte, Erfolge und Fähigkeiten zusammenführen, sondern auch das Bewusstsein des Schmerzes und der übermenschlichen Kraft, die ich aufbringen musste.
Ich kann das, was mir gegeben wurde, mit dem verbinden, was mir genommen wurde.
Das ist eine intime Erzählung, die ich hier mit euch teile:
https://agata-norek-institute.ch/de/zespol/dr-agata-norek
Agata Norek
22.09.2025, Luzern